Kurz vor Weihnachten wurde bei Alma eine weitere Kontrolle des Sehvermögens durchgeführt. Alma hatte gute Laune und war bereit, mitzuspielen, als ihr Sehvermögen auf verschiedene Weise getestet werden sollte.

Überraschende Entwicklung des Sehvermögens

Als wir vor etwas mehr als einem Jahr die Entscheidung treffen mussten, ob Alma auf dem linken Auge nichts mehr sehen würde, oder ob wir sie operieren und den Kampf um ihr Sehvermögen aufnehmen wollten, wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir froh sein könnten, wenn ihr Sehvermögen auf diesem Auge nach jahrelangen Bemühungen und intensivem Einsatz des Augenpflasters 15-20 % erreichen würde. Bei dieser Untersuchung, ca. ein Jahr nach der Operation, erhielten wir den Bescheid, dass sie besser sieht als es bei Kindern, die mit einseitigem Grauem Star geboren werden, die Regel ist. Auch wenn die Untersuchung von Kindern in ihrem Alter mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist, kam man dieses Mal zu der Einschätzung, dass ihr Sehvermögen ca. 25 % erreicht hatte.

Freudentränen

Ich war schon mehrmals mit Alma auf dem Schoß bei der Kontrolle des Sehvermögens auf einem Stuhl gesessen, manchmal auch mit Tränen der Ohnmacht, der Frustration, der Sorge oder was ich sonst noch für Gefühle nach der Stellung der Diagnose hatte, in den Augen. Dieses Mal waren es jedoch Freudentränen – Ein Ausdruck der Freude darüber, dass die Operation und die Bemühungen des vergangenen Jahres unter Verwendung des Augenpflasters dazu geführt hatten, dass Alma auf dem einen Auge nicht mehr völlig blind war. Ein Ausdruck der Freude darüber, dass sich unser täglicher Einsatz (und der der Pädagogen in der Tagesstätte) mit dem Augenpflaster mehr gelohnt hat, als uns in Aussicht gestellt wurde. Und nicht zuletzt ein Ausdruck der Freude darüber, dass ein großer Teil der Sorgen, die wir vor einem Jahr hatten, nun, rückblickend mit dem Wissen, das wir über den gesamten Verlauf nach der Operation haben, unbegründet war. Es ist zum Alltag geworden, und Alma ist kurz gesagt das gleiche glückliche Mädchen, wie vor der Stellung der Diagnose. ?

Die Mühe mit dem Augenpflaster lohnt sich

Die Nachricht, dass sie auf dem linken Auge zu 25 % sehen kann, macht den Alltag mit dem Augenpflaster auf jeden Fall die Mühe wert. Die Mühe wurde belohnt und macht Mut zum Weitermachen… Wir trainieren Almas Auge auch weiterhin während 50 % ihrer Wachzeit, was im Durchschnitt fünfeinhalb Stunden pro Tag entspricht.

Neues Element für die Kontrollen

Alma wird ja immer älter und wird bald selbst ausdrücken können, was sie sieht. Dieses Mal bekamen wir ein paar Übungen mit nach Hause, damit sie sich darin üben konnte, Bilder wiederzuerkennen und auf einem Stück Papier zu zeigen. Dann wird sie diese Übung vermutlich bei der nächsten Untersuchung durchführen können. Ich freue mich schon auf die nächste Kontrolle… ?